Unser Unternehmen steht in keinerlei Verbindung mit der zinsfuchs.eu. Entsprechende juristische Schritte wurden eingeleitet.
Ebenso unterhält die BSK keine Beteiligungen oder Markenrechte an anderen Unternehmen.

Auf den Punkt \

Marktkommentar Januar 2021

Inhalt:

  • Rückblick – „known unknowns“
  • Aktuelle Situation „Störenfriede aus dem Haus“
  • Das Börsenjahr 2021 – Gute Aussichten für zyklische Aktien
  • Einzelwertbetrachtung – Alphabet
  • Ausblick

Rückblick – „known-unknowns“-

Das Börsenjahr 2020 hat uns einmal mehr die Grenzen des Prognostizierbaren eindrucksvoll aufgezeigt. „Known unknowns“ nannte Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Dinge, von denen man weiß, dass man sie (noch) nicht weiß.
Wir sind uns bewusst, dass es unbekannte Dinge gibt, die jederzeit und ohne Vorwarnung auftauchen können. Wir können uns darauf jedoch nicht vorbereiten und deren Entwicklungen und Auswirkungen weder einschätzen noch planen – Ereignisse wie eben die Coronavirus-Pandemie. Niemand hat zu Beginn der Pandemie Anfang 2020 den Abschwung der Weltbörsen in Schnelligkeit und Ausmaß erwartet und genauso wenig die erfolgte Gegenreaktion. Das ganze Jahr war für viele Menschen, Unternehmen und auch die Finanzwelt außergewöhnlich. Aber gerade in solchen Krisenzeiten werden oftmals die Grundsteine für zukunftsträchtige Investments gelegt. Das zeigten uns in der jüngeren Vergangenheit Ereignisse wie das Platzen der Internetblase, der Irakkrieg, die Finanzkrise und darauffolgend die Griechenlandkrise, der Chinacrash oder Terror-Anschläge, die viele Opfer forderten.
Die Bewegung der Aktienkurse ist in solchen Zeiten das Eine, Ihre Reaktion darauf – Gelassenheit, Gier oder Angst – das Andere. Entscheidend ist, dass wir in Unternehmen investieren, die über ein langfristig krisenresistentes Geschäftsmodell sowie einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verfügen.

 

Aktuelle Situation – „Störenfriede sind aus dem Haus“

Es ist normal, dass die Börse der wirtschaftlichen Entwicklung vorauseilt, doch die Erholung an den Aktienmärkten bis in den Januar hinein erscheint schon fast surreal. Dabei hätte es zum Jahreswechsel durchaus Potential für eine gegenläufige Entwicklung gegeben. So z.B. die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns in zahlreichen europäischen Ländern, die zweite „heftige“ Corona-Welle, der holprige Impfstart in Deutschland, die Erstürmung des Kapitols in USA und die Angst vor weiteren Unruhen. Doch diese Risiken blenden die Märkte derzeit weitestgehend aus. Ein guter Jahresauftakt ist börsenpsychologisch sehr wichtig, da er oft Wegweiser für einen positiven Jahresverlauf war. Die meisten Anlageprofis sind aktuell zuversichtlich, während sich manche Privatanleger skeptisch fragen, wie lange die Rally noch weitergehen kann.
Es ist die Langfristperspektive, die den Börsen die Fantasie gibt, denn einige „Störenfriede sind nun „aus dem Haus“ – manche gar wortwörtlich. Mit Joe Biden sollte die Politik der USA berechenbarer werden, der Handelskrieg zwischen China und den USA sich zumindest etwas beruhigen. Da die Demokraten auch im Senat die Mehrheit der Stimmen erobert haben, wird Joe Biden die Umsetzung seiner Ausgabenpläne deutlich erleichtert. Zur Bekämpfung der Corona-Krise strebt er ein weiteres, Billionen schweres Konjunkturpaket an.
In Europa gibt es ebenfalls Anlass für konjunkturelle Hoffnung. Der Austritt der Briten aus der EU ist kurz vor Jahresende mit einer Einigung vollzogen und ein harter BREXIT vermieden worden. Durch die anlaufenden Impfungen sollten wir auch die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres in den Griff bekommen. Weiterhin gibt es begründete Hoffnung, dass die Impfstoffe auch gegen die Mutationen des Virus wirksam sind.

Nicht zu vergessen eine „alte Bekannte“ – die Liquidität.

Die Notenbanken in Europa und USA werden die Zinsen noch lange niedrig halten und die Märkte mit Liquidität versorgen. Bis es zu der vielfach diskutierten -spürbaren- Inflation kommt, wird es wohl noch einige Zeit dauern.

 

Das Börsenjahr 2021 – Gute Aussichten für zyklische Aktien

Exkurs: Auszug aus dem Bericht der IKB (Dt. Industriebank) vom 18.01.2021

„Über den Tellerrand hinaus wird der konjunkturelle Ausblick positiv. Die Sorge um die absehbare Verlängerung und ggf. Verschärfung des zweiten Lockdowns über Januar hinaus lässt wieder einmal viele Wachstumsprognosen obsolet werden. Zwar konnte ein Rückgang des deutschen BIP im vierten Quartal verhindert werden, und die deutsche Wirtschaft hat sich damit 2020 besser geschlagen, als allgemein erwartet wurde (BIP-Veränderungsrate 2020: -5,3 % kalenderbereinigt). Der aktuelle, harte Lockdown, der nicht mehr in die Ferienzeit fällt, sollte allerdings das BIP im ersten Quartal erheblich belasten. Mit der zunehmenden Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung bis mindestens in den Februar hinein ist zu erwarten, dass die gesamtwirtschaftliche Leistung im ersten Quartal 2021 erneut schrumpfen könnte. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie. Zwar wird auf Grundlage der Impfkampagnen für die zweite Jahreshälfte weiterhin von einer hohen Wachstumsdynamik ausgegangen, die erste Jahreshälfte ist jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Doch auch wenn die aktuelle Stimmung durch den Lockdown und anhaltend hohe Infektionszahlen belastet wird, so sollte dennoch der Konjunkturausblick wahrscheinlich für das zweite Quartal 2021 und insbesondere für die darauffolgenden Quartale unbeirrt als durchaus positiv gesehen werden. Denn auch die globale Konjunktur wird in der zweiten Jahreshälfte zunehmend für weitere und bedeutende Wachstumsimpulse sorgen. Diese gehen aktuell vor allem von China aus, werden aber im Verlauf von 2021 und mit steigender Immunisierung generell für Industrie- und Schwellenländer gelten. Hinzu kommt eine steigende Binnennachfrage aufgrund erheblicher Nachholeffekte. Starkes Exportwachstum, eine anhaltend unterstützende Fiskalpolitik und ein kräftiger privater Konsum deuten auf bedeutende Konjunkturimpulse für die deutsche Wirtschaft spätestens im zweiten Halbjahr 2021 hin.“

Erholt sich die Wirtschaft, kann es für konjunkturabhängige zyklische Aktien, sog. „Zykliker“, schnell wieder nach oben gehen. Diese Branchen, wie z.B. Automobile und Zulieferer, Maschinenbau, Tourismus und Logistikunternehmen oder die Chemiebranche, litten besonders stark. Vielleicht gibt es durch die aktuellen Lockdown-Maßnahmen nochmals eine kleine Delle, jedoch sollten sich die Impfstoff-Zulassungen im Laufe des Jahres als „Game-Changer“ für die Wirtschaft erweisen. Die Welt sollte sich im Laufe des 2. Halbjahres wieder hin zur „Normalität“ – zugegeben vielleicht einer etwas anderen und „wachstumsärmeren“ Normalität – bewegen. Die Konsum- und Investitionsausgaben sollten sich an ein Vor-Corona-Niveau annähern.

Investoren suchen nach Aktien, die bei der letzten Rally bis Spätsommer eher vernachlässigt wurden und daher als unterbewertet gelten, sofern ihr Geschäftsmodell weiter intakt ist. Seit den ersten positiven Impfstoffnachrichten Anfang November haben zyklische Aktien massiv zugelegt. Gleichzeitig verloren die vorher gefeierten Technologieaktien, die von der Corona-Pandemie stark profitiert haben. Diese Sektor- oder Branchenrotation dürfte sich einhergehend mit einer konjunkturellen Erholung fortsetzen. Bei Aktien aus Europa besteht aus unserer Sicht der größte Nachholbedarf. Selektives Vorgehen bei der Auswahl der Unternehmen ist dabei nach wie vor unerlässlich, da nicht alle „zurückgebliebenen Aktien“ gleichermaßen auf der Favoritenliste für ein Comeback stehen. Auch wenn die Zykliker derzeit als die interessanteren Investitionen erscheinen, vergessen wir den Trend zur Digitalisierung nicht, der langfristig weiterhin intakt ist.

Einzelwertbetrachtung – ALPHABET Inc. – mehr als GOOGLE

ALPHABET Inc. ist vielen als der Mutterkonzern von GOOGLE ein Begriff. Im Oktober 2015 wurde der Konzern Alphabet gegründet und löste damit den bestehenden Namen Google ab. Dadurch sollten die einzelnen Unternehmensteile unabhängiger als einzelne Tochtergesellschaften arbeiten mit dem Ziel, langfristig ambitionierte Ziele zu erreichen.

Alphabet ist eine global agierende Holding, die unter ihrem Dach verschiedene Tochterunternehmen verwaltet. Die größte und bekannteste davon ist Google – die Online-Suchmaschine. Diese wird weltweit am häufigsten verwendet und in über 130 verschiedenen Sprachen angeboten. Die zahlreichen Produkte rund um Google haben das Ziel, den Nutzern das Informationsangebot des Internets zugänglich zu machen.

Zu den angebotenen Applikationen gehören beispielsweise der Emaildienst Google Mail, die Social-Network-Plattform Google+ und der Webbrowser Google Chrome. Auch die Video-Plattform YouTube zählt zu Alphabet. Das geografische Produktangebot umfasst den Kartendienst Google Maps, den Locationsdienst Google Local Search und die Satellitenkarten von Google Earth. Außerdem ist das Unternehmen im Hard- und Softwaremarkt für Smartphones und Tablets aktiv, welche es mit dem Betriebssystem Android und eigenen Smartphones wie dem Nexus bedient.

Es gibt jedoch auch einige unbekanntere Tochtergesellschaften, die sich hauptsächlich mit Zukunftstechnologien beschäftigen.

Einige Beispiele:

Calico – California Life Company: Biotechnologieunternehmen, gegründet 2013, Hauptbetätigungsfeld: Methoden gegen das Altern der Menschen entwickeln. Seit 2014 in Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Abbvie. Gemeinsames Forschungszentrum im Silicon Valley erbaut.

Deep Mind: Deep Mind wurde im Jahr 2010 gegründet und ist auf der Entwicklung selbstlernender Künstlicher Intelligenz (KI) spezialisiert.

Jigsaw: Ein Innovationszentrum von Alphabet, welches Technologien entwickeln soll, die beim Meistern von globalen Herausforderungen helfen sollen, so z.B. Projekte um Extremismus und Internetzensur. Gegründet 2010.

Google Fibre: Google Fibre bietet in den USA schnelle Internetanschlüsse an. Dafür wird ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz benötigt, bei welchem Up- und Downstream gleich schnell funktionieren sollen. Dieses befindet sich noch im Aufbau und ist nur in vereinzelten Regionen verfügbar.

Sidewalk Labs (seit 2015): Sidewalk Labs beschäftigt sich damit, wie Technologie bei der Planung und dem Funktionieren von Städten helfen kann.

Loon: Ballons, über Solarzellen mit Energie versorgt und mit Antennen ausgestattet, fähig miteinander zu kommunizieren und sich selbständig zu navigieren. Mit ihnen können abgelegene Regionen der Welt mit Internet versorgt werden.

Waymo (seit 2016): Gilt als Pionier beim Einsatz autonom fahrender Autos. In Phoenix (Arizona), betreibt Waymo seit einigen Jahren eine Flotte von Shuttle-Fahrzeugen, die hochautomatisiert unterwegs sind. Die Basis stellt der Van Chrysler Pacifica.

Wing: Wing entwickelt Drohnen zur Zustellung von Fracht. Im April 2019 erhielt es als erstes Unternehmen, welches Fracht per Drohne liefert, ein Zertifikat der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA, welches den Betrieb von Lieferdrohnen gestattet. Tests u.a. in Kooperation mit und FedEx und der US-Drogerie-Kette Walgreens.

Alphabet erzielt seine Umsätze und Gewinne hauptsächlich mit Google und dessen Teilbereichen. Die „forschenden“ Tochterunternehmen werden damit subventioniert. Die hohe Abhängigkeit von Werbeeinnahmen wird stetig durch die stark wachsenden Bereiche YouTube und Google Cloud reduziert.

Alphabet konnte seine Umsätze in den vergangenen 5 Jahren kontinuierlich um mehr als 20 % steigern. Selbst im „Coronajahr“ 2020, wo sich viele Firmen mit Investitionen, so auch für Werbung, zurückhielten, wird voraussichtlich ein Rekordumsatz von ca. 179 MRD USD erzielt werden (VJ 161,8 MRD USD). Es wird ebenfalls ein Rekordnettoergebnis von 35,9 Mrd. USD (VJ 34,3 MRD USD) erwartet.

Sicherlich ist Alphabet mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,17 Billionen USD kein Schnäppchen mehr und eine der wertvollsten Firmen der Welt, jedoch spricht aus unserer Sicht vieles dafür, dass Alphabet auch 2021 auf seinem langfristigen Wachstumspfad bleibt und die Kursschätzungen der Analysten, die vielfach über dem aktuellen Niveau liegen, rechtfertigen wird.

 

Ausblick

Die Corona-Krise ist keine Krise wie jede andere – vor allem ist sie noch nicht vorbei! Die Infektionsausbrüche und die damit einhergehenden Maßnahmen der Staaten belasten zum Jahresanfang sehr und werden der Konjunktur einen weiteren Dämpfer versetzen, doch ab dem Frühling dürfte die Erholung nachhaltiger werden.

An den Börsen wird nicht die Gegenwart gehandelt, sondern die Zukunft. Dort regiert Optimismus und die Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist. Die Corona-Pandemie ebbt ab, die Impfung bringt den erhofften Erfolg, das Leben normalisiert sich, die Wirtschaft fährt langsam wieder hoch.

Aus unserer Sicht brauchen wir einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens, um diesen Balanceakt zum Schutz der Gesundheit und dem Schutz der wirtschaftlichen Existenz bestmöglich zu gestalten. Vor allem, weil wir mit dem Virus und dessen Folgen weiterhin leben werden müssen.

Entscheidend ist, wie sich die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte stabilisiert bzw. belebt.

Ab dem zweiten Quartal 2021 sollte die Erholungsdynamik deutlich zunehmen. Mit einer ausreichenden Verbreitung der Covid-Impfstoffe rechnen wir insbesondere ab Sommer mit einer hohen konjunkturellen Dynamik. Ab 2022 sollten sich die Wachstumsraten dann normalisieren.

Wir bleiben vorsichtig, da wir an den Börsen noch mit „zahlreichen Wechselbädern der Gefühle“ rechnen. Bei Rückschlägen möchten wir die Quote an wachstumsstarken Qualitätsaktien wieder erhöhen.

Das Wichtigste zum Schluss:
Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße aus Trier
Ihr Team der BSK Vermögensverwaltung GmbH

 

Disclaimer/Risikohinweis:

Dieser Kommentar dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder zu einer sonstigen Wertpapiertransaktion dar. In einem persönlichen Gespräch stehen wir gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Eine Investmentstrategie orientiert sich stets an den persönlichen Umständen eines Anlegers wie beispielsweise Anlagehorizont, Risikoerwartungen und Renditeziele. © BSK Vermögensverwaltung GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangaben gebeten. Eine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben oder dem Eintreffen von Erwartungen kann nicht übernommen werden und keine Aussage in diesem Marktkommentar ist als solche Garantie zu verstehen. Die BSK Vermögensverwaltung GmbH noch deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Präsentation oder deren Inhalt. Weder die Veröffentlichung noch eine Vervielfältigung dieses Marktkommentars darf ohne die vorherige ausdrückliche Erlaubnis der BSK Vermögensverwaltung GmbH auf irgendeine Weise verändert oder an Dritte verteilt oder übermittelt werden. Mit der Annahme dieses Marktkommentars wird die Zustimmung zur Einhaltung der o.g. Bestimmungen gegeben.