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Auf den Punkt \

Marktkommentar Juli 2021

Inhalt:

  • Inflation – der heimliche Dieb
  • Einzeltitel TotalEnergies
  • Ausblick 

Inflation – der heimliche Dieb

Da ist es wieder, das Inflationsgespenst! Aber bleibt es auch oder verliert es seinen Schrecken? Vor allem hat der starke Sprung der Verbraucherpreise in den USA für Unruhe gesorgt. Auch wenn deren Notenbank noch keinen Handlungsbedarf sieht, denn dazu müsste die Inflation längerfristig auf einem höheren Niveau verharren, wird das Thema wieder heiß diskutiert.

Im Juni ist der Anstieg der Inflation in den USA mit 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr überraschend stark ausgefallen. Erwartet waren „lediglich“ 4,9 %. Die EU vermeldet eine jährliche Inflation von 2,0 Prozent, der gesamte Euroraum liegt bei 1,60 %.

Die hohen Steigerungsraten begründen sich zum Teil durch den Basiseffekt, eine Folge des sehr niedrigen Preisniveaus der Vorjahresmonate im Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Auch der Anstieg der Energiepreise ist als klarer Auslöser der Steigerung zu sehen. Allerdings ist die Kerninflationsrate, welche die Preise für Lebensmittel und den Energiesektor ausschließt, weiter gesunken und liegt im Euroraum unter einem Prozent. Die besorgten Blicke richten sich daher auch eher Richtung USA.

Wir gehen in unseren derzeitigen Szenarien davon aus, dass der hohe Anstieg der Inflation vorübergehender Natur sein sollte und sehen die Preisstabilität nicht ernsthaft in Gefahr. Ein Anheben der Zinsen sollte noch kein Thema sein und die Kapitalmärkte derzeit nicht negativ beeinflussen. Wir sehen hier insbesondere den Basiseffekt als kurzfristigen Treiber. Durch die Impferfolge wurden schnelle Öffnungen vieler Dienstleistungsbereiche ermöglicht mit dem Ergebnis, dass wir in den Wachstums-, Preis- und Umsatzstatistiken exorbitante Anstiege sehen. Hinzu kommen logistische Schwierigkeiten im Welthandel, unter anderem ausgelöst durch die Blockade des Suezkanals, deren Folgen immer noch nicht abgearbeitet sind. Solange der Covid-bedingte Inflationsschub nicht in einer Lohn-Preis-Spirale mündet, machen wir uns keine ernsthaften Sorgen. Die Nachrichten rund um das Thema Inflation werden jedoch immer wieder für Unruhe und Bewegung an den Märkten sorgen.

Eine Tatsache bleibt jedoch bestehen: mit festverzinslichen Anlagen, Spar- und Tagesgeldern können Sie als Privatanleger derzeit kaum noch eine Rendite erzielen, die ausreicht, um die Inflation auszugleichen.

In diesem Umfeld sind Dividendentitel attraktiv, denn sie verbinden die regelmäßige Zahlung einer Dividende als planbares Element der Aktieninvestition mit zusätzlichen Chancen auf Kursgewinne. Zudem sind Dividendenaktien oft sehr substanzhaltig, so dass sie bei einem tatsächlichen Zinsanstieg weniger schwankungsanfällig sind als typische Wachstumswerte.

Generell gilt: Unternehmensbeteiligungen sind Sachwerte und bieten Inflationsschutz.

Weltweite Inflationsprognosen in Prozent

Region 2021 2022 2023 2024 2025 2026
China 1,2 1,9 1,9 2,0 2,0 2,0
Eurozone 1,4 1,2 1,4 1,6 1,7 1,8
Deutschland 2,2 1,1 1,5 1,7 1,9 2,1
USA 2,3 2,4 2,5 2,5 2,4 2,2
Weltweit 3,5 3,2 3,1 3,1 3,1 3,0
Lateinamerika 7,2 6,6 5,3 4,8 4,3 4,0

(Quelle: IWF, Sortierkriterium: Inflationsprognose 2021)

Exkurs:

Venezuela ist das Land mit den meisten Millionären!

Venezuela hat zum 01. Mai diesen Jahres den Mindestlohn auf mindestens 7 Millionen Bolivars pro Monat verdreifacht! In Venezuela ist es schwer, kein Millionär zu sein. Das südamerikanische Land kämpft seit Jahren mit Hyperinflation. Man kann dem Geld beim Verlieren an Wert praktisch zuschauen. Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2021 mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um ca. 5.500 Prozent. Leider reichen der Mindestlohn nicht einmal für ein Kilo Fleisch aus – und das in dem Land mit den größten Rohölvorräten der Welt.

Einzeltitel TotalEnergies SE (ehemals Total SE):
Schmutzige Gewinne – saubere Zukunft!

TotalEnergies SE ist ein französisches Energieunternehmen, das global in der Öl- und Gasförderung tätig ist. Wir kennen TotalEnergies hauptsächlich durch das Netz an Tankstellen, die unter den Marken Total oder Elf geführt werden. Im Jahr 2020 resultierte der Nettoumsatz zu ca. 80 % aus der Raffinerie und dem Vertrieb von Erdölprodukten, sowie der Herstellung von Grund- und Spezialchemie. Total ist in über 130 Ländern mit Niederlassungen und Produktionsstätten vertreten.

Der Konzern hat bei der Ergebnisvorlage des ersten Quartals 2021 nicht nur die Schätzungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Nettogewinn lag mit 2,8 Mrd Euro auch über dem Quartalsergebnis des Vorkrisenjahres 2019. Der operative Cash-Break-Even soll bei den Franzosen bei Ölpreisen von ca. 26 USD liegen, somit profitiert der Konzern deutlich von höheren Öl- und Gaspreisen. Der Ergebnisbericht zum 2. Quartal 2021, der Ende Juli vorgelegt wird, sollte entsprechend positiv ausfallen. Die Dividendenrendite der Aktie liegt aktuell bei stattlichen 7 % p.a. und wurde im Gegensatz zu Konkurrenten im Krisenjahr 2020 nicht gekürzt.

Mission Grüne Zukunft: neue Energien, alternative Kraftstoffe

Ausschlaggebend bei der Beurteilung einer Aktie ist die Zukunft. Umweltschädliches Verhalten könnte für Unternehmen künftig sehr teuer werden! Das hat man beim Öl- und Gasriesen Total bereits vor mehreren Jahren realisiert und eine klare Zukunftsstrategie implementiert. Zwischen 2016 und 2020 hat der Konzern bereits 8 Mrd. USD in Wind- und vor allem Solarkraft investiert. Mit Übernahmen von Batteriespezialisten sowie dem Betreiber von Ladenetzen möchte man auch am Megatrend E-Mobilität kräftig mitverdienen.

Die neuen Geschäftsmodelle werden das traditionelle Kerngeschäft mit Erdöl und Erdgas radikal verändern. Es steht das Ziel, im Jahr 2030 auf eine Leistung aus erneuerbaren Energien von 100 Gigawatt zu kommen, womit man den Branchenexperten von Westwood zufolge die globale Nr. 2 wäre.

Die Vision: Eine Multi-Energie-Tankstelle von TotalEnergies im Jahr 2035:
(Auszug von der Website TotalEnergies Deutschland „Mission grüne Zukunft“)

Im Bonjour-Shop stärkt sich ein Trucker mit einem Bioschnitzel, nachdem er seinen Lkw mit LNG, verflüssigtem Erdgas mit einer Beimischung von Biogas, betankt hat. Viele Autos fahren vor, um Wasserstoff, Erdgas, Biogas und Biokraftstoff zu tanken oder an einer Elektroladesäule Strom zu laden. An den Zapfsäulen stehen den Kunden so viele emissionsarme Angebote zur Verfügung wie nie zuvor. Die erneuerbaren Energieträger stammen zum Beispiel aus Power-to-Gas-Stationen oder aus Biogasfarmen mit ökologischer Landwirtschaft. Den für die Herstellung notwendigen Strom bezieht TotalEnergies aus Solarenergie und Windkraft.

Fazit: Aktuell generiert Total im Geschäft mit Öl und Gas regelmäßig Gewinne in Milliardenhöhe. Diese investiert das Unternehmen zunehmend in den Ausbau seiner Marktstellung in Zukunftsmärkte wie erneuerbare Energien und E-Mobilität. Diese Strategie sollte sich unseres Erachtens mittel- und langfristig in steigenden Kurse der aktuell noch immer sehr günstig bewerteten Aktie widerspiegeln.

Ausblick

Die kräftige Konjunkturerholung wird bis ins kommende Jahr andauern. Positive Konjunktur- und Gewinnüberraschungen dürften aber abnehmen, da unter den Marktteilnehmern bereits eine ambitionierte Erwartungshaltung besteht. Dies wird den Aktienmarkt tendenziell anfälliger für Kursschwankungen machen. Fortschritte bei der Impfung und fiskalische Anreize über den EU-Wiederaufbaufonds schaffen Aufholpotential für Europa.

Klar scheint, dass die Inflation ein bestimmendes Thema bleiben wird und damit auch die Kardinalfrage, wann die Zentralbanken de facto die Kehrtwende einleiten.

Fazit: Defensive Dividendentitel behalten Ihre Berechtigung als „Quasi-Zinsersatz“ und zyklische, weniger hoch bewertete Aktien bleiben aus unserer Sicht attraktiv. Profitable Wachstumswerte sollten jedoch nicht außer Acht gelassen werden, auch wenn eine höhere Sensitivität bei Zinsänderungen besteht.

 

Und wie immer das Wichtigste zum Schluss:
Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie weiterhin gesund!

Herzliche Grüße aus Trier
Ihr Team der BSK Vermögensverwaltung GmbH

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