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Auf den Punkt – Marktkommentar März 2020
19. April 2020

Auf den PunktPunkt

Marktkommentar Dezember 2019
  • Ausgangslage
  • Marktprognosen
  • unsere Erwartungen
  • Gold – eine psychologische Sicherheit


  • Ausgangslage

    Börsenparty nicht zuletzt dank Notenbanken!

    Ein erfreuliches Börsenjahr 2019 liegt hinter uns. Nach dem extrem schwachen vierten Quartal 2018 war dies nicht unbedingt zu erwarten. Die internationalen Aktienmärkte trotzten somit insbesondere den wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten. Zum einem erwiesen sich die Befürchtungen hinsichtlich einer globalen Rezession als übertrieben und zum anderen drehte sich die Zinssituation komplett in die andere Richtung. Statt der in Aussicht gestellten Normalisierung der allgemeinen Zinsen, drückten die Notenbanken das Niedrigzinsniveau durch neuerliche Geldmengenausweitungen in den Minusbereich. Die 10- jährige Bundesanleihe „rentierte“ in der Spitze sogar bei -0,71%.

    Setzt sich die Aktien-Hausse im neuen Jahr nahtlos fort oder droht 2020 wieder eine Trendwende nach unten? Wo lauern die Gefahren? Was könnten die größten Überraschungen zu Beginn der neuen Dekade sein?

    Politisch ist es vor allem die Frage, ob der Handelsstreit durch ein Phase-I Abkommen zwischen USA und China nachhaltig entspannt wird. Eine vollständige Streitbeilegung ist kaum realistisch. Hingegen sollte die Brexit-Unsicherheit in diesem Jahr hoffentlich Geschichte sein. Aus geopolitischer Sicht wird zu beobachten sein, wie viele Spannungsfelder noch entstehen und weltwirtschaftlich wird das Thema, ob China und USA mehr als eine moderate Wachstumsabschwächung durchlaufen werden, von zentraler Bedeutung sein. Die Auswirkungen wird das export-abhängige Wachstum in Deutschland weiterhin zu spüren bekommen. Wie stark? Das ist die Frage. Oder hellt sich das fundamentale Bild im Jahresverlauf wieder auf und aus Gewinnrevisionen werden Stabilisierungen?

    Als Stütze wird den Aktienmärkten 2020 sicherlich der Expansionskurs der Notenbanken diesseits wie jenseits des Atlantiks erhalten bleiben. Somit ist ein realer Wertzuwachs kaum mit Zinsanlagen, sondern vor allem mit Aktien zu erwirtschaften.

    Marktprognosen

    Wie schnell die Stimmung an der Börse und damit deren Entwicklung kippen kann und alle Prognosen überholt sind, wurde uns im vergangenen Jahr deutlich aufgezeigt, als die Märkte im zweiten Halbjahr und insbesondere im Schlussquartal aufs Heftigste korrigierten und innerhalb kurzer Zeit 20% und mehr einbüßten.

    Plötzliche Angst um die Weltwirtschaft gepaart mit politischen Risiken, Handelskrieg, Brexit, Eskalation in Nahost etc. führten binnen kurzer Zeit zu massenhaften Revisionen der Prognosen für den Aktienmarkt. Ebenso überraschte anschließend die fulminante Gegenbewegung im 1. Quartal 2019 in Ausmaß und Schnelligkeit, da sich an den zugrundeliegenden Parametern gegenüber dem Schlussquartal 2018 kaum etwas geändert hatte.

    Wir sind der Überzeugung, dass die alljährlichen Jahresendprognosen der Banken für DAX & Co maximal Unterhaltungswert haben, ein Eintreffen jedoch eher Glückstreffern entspricht. Zu viele Faktoren wirken auf die makroökonomischen Entwicklungen und somit auch die Kursentwicklung von Aktien, Währungen, Zinsen und Immobilien.

    Bestimmend für die Investition in ein Unternehmen sind aus unserer Sicht die individuellen Rahmenbedingungen wie Bilanzkennzahlen, Bewertung, Qualität des Managements, Produkte, Branchenbewertung etc. und ganz entscheidend seine Zukunftsfähigkeit.

    Unsere Aufgabe ist es, all dies Faktoren bestmöglich zu bewerten und mit den aktuellen makroökonomischen Daten abzugleichen, um langfristig zu investieren, denn…

    „Der Kurs einer Aktie folgt früher oder später dem Unternehmenserfolg und dann ist es das größte Risiko nicht investiert zu sein (Warren Buffet)“. Kurzfristiges Handeln ist Spekulation – langfristiges Denken und Investieren führt unseres Erachtens zu langfristigem Erfolg in der Verwaltung eines Vermögens.

    Erwartungen

    Wir erwarten für die kommenden drei bis fünf Jahre ein abnehmendes globales Wachstum, eine niedrige Inflation und weiterhin niedrige Zinsen.

    Das Zusammenspiel hieraus, gepaart mit angespannten Bewertungen, hat zu einem schwierigen Anlageumfeld geführt, in dem unserer Meinung nach Vorsicht, Flexibilität und Liquidität wichtiger sind denn je. Allerdings wird dieses Marktumfeld für aktive Anleger auch attraktive Gelegenheiten bieten.

    An den Aktienmärkten könnten die absoluten Renditen niedriger und die Volatilität höher ausfallen. Wir bevorzugen defensive Aktienwerte mit vergleichsweise hohen Dividenden-renditen und ein aktives Management. Wir werden im Segment Anleihen auf überzeugende Konzepte setzen und bei Unternehmensanleihen Vorsicht walten lassen.

    Die Erfahrung lehrt: Volatilität (Schwankungsbreite) verschwindet nicht, sondern kehrt irgendwann zurück. Nach der Ruhe folgt der Sturm. Dafür gilt es sich zu rüsten.

    Gold – eine (psychologische) Sicherheit

    Gold, die bewährteste Krisenwährung der Menschheit oder Spekulationsblase? Viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte, war Gold keine gute Anlage. Es handelt sich nüchtern betrachtet um ein stark schwankendes, zinsloses Investment, welches zusätzlich dem Einfluss des US-Dollars bzw. dessen Bewertung gegenüber Euro ausgesetzt ist.

    Als in den siebziger Jahren starke Inflation herrschte, stieg der Goldpreis steil an. Doch genauso schnell sank er dann in den achtziger Jahren. Derzeit, wie schon seit Jahren, gibt es keine nennenswerte Inflation. Wir bekämpfen im Moment eher das Phänomen der Deflation.

    Dennoch sind wir der Meinung, dass Gold trotz seiner spezifischen Risiken in jedem gut diversifizierten Depot seinen Platz haben sollte, um Schwankungen auszubalancieren.

    Gold gilt seit Jahrhunderten als Währung der letzten Instanz. Was aber passiert in einer durchschlagenden Krise wie 1929 bzw. 2008? Der Wert des Goldes nimmt in der Regel stark zu und kann als Absicherung eines Depots dienen. Aber Hand aufs Herz: schlägt eine Krise derart durch und kommt es zum Vertrauensverfall in die Papierwährungen (Tauschmittel), wird Gold zu deren größten Konkurrenz – und damit auch der Notenbanken. In solchen Extremsituationen wurde Gold oft durch Staaten beschlagnahmt und das Halten unter Strafe gestellt, um somit die größte Konkurrenz einer neu einzuführenden Währung auszuschalten. Wir gehen derzeit nicht von einem solchen Szenario aus, aber ausschließen kann dies zumindest mittel- bis langfristig niemand!
    Wir wünschen Ihnen und uns ein im positiven Sinne spannendes Jahr, persönlichen Erfolg und allem voran Gesundheit und bestes Wohlergehen. In der Hoffnung darauf, dass unsere Politik bzw. unsere Gesellschaft die vielfältigen Aufgaben einer sich immer stärker verändernden Welt mit all ihren ökologischen und ökonomischen Herausforderungen meistern wird.

    Herzliche Grüße aus Trier
    Ihr Team der BSK Vermögensverwaltung GmbH

    Disclaimer/Risikohinweis:

    Dieser Kommentar dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder zu einer sonstigen Wertpapiertransaktion dar. In einem persönlichen Gespräch stehen wir gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Eine Investmentstrategie orientiert sich stets an den persönlichen Umständen eines Anlegers wie beispielsweise Anlagehorizont, Risikoerwartungen und Renditeziele. © BSK Vermögensverwaltung GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangaben gebeten. Eine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben oder dem Eintreffen von Erwartungen kann nicht übernommen werden und keine Aussage in diesem Marktkommentar ist als solche Garantie zu verstehen. Die BSK Vermögensverwaltung GmbH noch deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Präsentation oder deren Inhalt. Weder die Veröffentlichung noch eine Vervielfältigung dieses Marktkommentars darf ohne die vorherige ausdrückliche Erlaubnis der BSK Vermögensverwaltung GmbH auf irgendeine Weise verändert oder an Dritte verteilt oder übermittelt werden. Mit der Annahme dieses Marktkommentars wird die Zustimmung zur Einhaltung der o.g. Bestimmungen gegeben.