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Auf den PunktPunkt

Marktkommentar März 2019
  • Ein Virus stellt die Welt auf den Kopf! Devise: „Ruhe bewahren!“
  • Wahrscheinlichkeiten
  • Ausblick und Positionierung
  • Etwas Positives in diesen Zeiten
  • Exkurs Immobilien in der Krise


  • Wir hoffen es geht Ihnen und Ihren Familien den Umständen entsprechend gut! Wir wünschen uns für Sie und uns, möglichst unbeschadet durch diese außergewöhnliche und schwierige Zeit zu kommen. Dabei sind unsere Gedanken bei den Betroffenen und den Opfern der Epidemie.

    Ein Virus stellt die Welt auf den Kopf! Devise: „Ruhe bewahren!“

    Die Auswirkungen des Coronavirus COVID-19 sind weltweit zu spüren. Die Pandemie stellt die Welt vor große humanitäre und soziale, aber auch wirtschaftliche und finanzielle Herausforderungen und bringt die Gesundheitssysteme vielerorts an ihre Belastungsgrenze.

    Angst und Unsicherheit sowie der nahezu globale Shutdown der Wirtschaft führten zu erheblichen Volatilitäten an den weltweiten Börsen und Anleihemärkten. Die Notenbanken haben in bisher einzigartiger Schnelligkeit unglaubliche Summen an Finanzmitteln zur Verfügung gestellt, um Selbständige, Unternehmen und Arbeitnehmer zu unterstützen. Die wirtschaftlichen Folgen sind derzeit dennoch nicht abschätzbar. Das Virus beherrscht die Nachrichten und unser tägliches Leben.

    Die negativen Virus- und Wirtschaftsmeldungen werden zunächst anhalten. Nachhaltige Besserung tritt dann ein, wenn ein wirksames Medikament/Impfstoff gefunden wird bzw. wenn die Infektionszahlen abnehmen und die Immunisierung steigt. Erste Hoffnungsschimmer gibt es bereits.

    Die Politik ist jetzt gefordert, schnell über eine Exit-Strategie nachzudenken, wann und inwieweit Beschränkungen aufgehoben werden können und das öffentliche Leben wieder anlaufen kann.

    Wir sind gut beraten, uns als Langfristinvestoren nicht von der herrschenden und auch in Zukunft sicherlich immer wieder aufkeimenden Panik anstecken zu lassen. Qualitätsaktien repräsentieren Unternehmen mit einem substanziellen Wert und der Börsenpreis wird sich diesem immer wieder annähern.

    Wir glauben, dass uns die hohen Schwankungen an den Börsen noch eine lange Zeit begleiten werden. Daher ist ein aktives Management von entscheidender Bedeutung – sei es bei der übergeordneten Zusammensetzung Ihres Gesamtvermögens, bei der Struktur des Wertpapierportfolios oder der Auswahl der einzelnen Unternehmen.

    Als Vermögensverwalter tätigen wir keine Entscheidung auf emotionaler Basis. Wir suchen in jeder Marktphase nach Opportunitäten und ordnen die maximale Rendite einer substanziellen Bewertung unter. Wir versuchen Ruhe zu bewahren - denn „Gier und Panik“ sind erfahrungsgemäß keine guten Berater.

    Von „Schwarzen Schwänen“

    Alle Schwäne sind weiß - davon waren die Europäer bis ins 17. Jahrhundert überzeugt. Weiße Schwäne gelten als Symbol für Reinheit oder auch für Macht. Es gibt jedoch auch schwarze Schwäne in der Natur, sie kommen allerdings außerordentlich selten vor.

    Nassim Nicolas Taleb hat den Begriff „Schwarze Schwäne“ (engl.: Black Swans) seit 2001 nachhaltig geprägt. Gemeint sind damit exogene Kräfte, die völlig unerwartet und kurzfristig auftreten, häufig jedoch extreme Konsequenzen nach sich ziehen. Solche „Schocks“ können den Verlauf von Wirtschaftszyklen maßgeblich beeinflussen.

    Das Virus „COVID-19“ ist für die Weltbörsen ein solcher schwarzer Schwan und ähnliches gilt für Immobilienpreise – insbesondere Gewerbeimmobilien.

    Wahrscheinlichkeiten für Wirtschaft und Finanzsystem

    Wir rechnen nur zu einer kleinen Restwahrscheinlichkeit mit einer Art „Kernschmelze des Finanzsystems“ wie 1929. Der damalige Crash wurde durch die Verknappung von Liquidität ausgelöst und mündete in einer Depression mit viel Leid, Hunger und Massenarbeitslosigkeit. In dieser Situation zeigte sich: Geld ist schlussendlich nur bedrucktes Papier, welches durch das Vertrauen in die Politik und Wirtschaftskraft seine Wertigkeit erlangt und somit zum adäquaten Tauschmittel wird.

    Wir gehen eher von einem massiven Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums aus. Um diesen zu mildern, haben Notenbanken und Staaten gehandelt und massiv Liquidität zur Verfügung gestellt sowie Soforthilfemaßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer und Unternehmen beschlossen. Die riesigen Rettungspakete wirken zunächst stützend, jedoch hängt vieles davon ab, wie lange der Stillstand und die Quarantänemaßnahmen anhalten werden.

    Österreich macht bereits den ersten Schritt hin zur „Normalität“. Nach dem 20. April sollte auch die Bundesregierung eine Exitstrategie aus dem Fast-Stillstand präsentieren, damit die Wirtschaft wieder langsam ins Rollen kommen kann. China macht es vor. Viele chinesische Unternehmen haben den Betrieb wieder aufgenommen und die Lieferketten sollten sich langsam wieder stabilisieren – auch wenn wir der chinesischen Berichterstattung und der dortigen Vorgehensweise in vielerlei Punkten sehr kritisch gegenüberstehen.

    Die Unternehmen werden aus den Erfahrungen ihre Lehren ziehen. Es wird zu Nachholeffekten kommen, Lager werden sicherlich wieder stärker ausgebaut, damit bei künftigen Störungen der Lieferketten genügend Ware vorhanden ist. Produktionen werden nach Europa zurück verlagert werden, da Staaten nicht nochmals zusehen werden, dass wichtige Produkte wie z. B. Antibiotika nur noch in China produziert werden.

    Die Globalisierung hat zu Fehlentwicklungen geführt, die es zu korrigieren gilt. Langfristig werden Produktionen wichtiger Güter wieder in Europa aufgebaut werden, was zum Aufbau qualitativer Arbeitsplätze führen kann.

    Nichts desto trotz wird man sehr genau darauf achten müssen, wie sich die Krise auf den Machthunger Chinas und dessen Ausdehnung seiner wirtschaftlichen Macht auf die Weltwirtschaft auswirken wird.

    Für uns bleiben berechtigte Fragen, die bisher nur selten öffentlich Gehör finden, jedoch sicherlich im Nachhinein Diskussionsgegenstand sein werden:

    • Sind die Folgeschäden der Maßnahmen für Mensch und Wirtschaft größer als der Nutzen?
    • Wäre es besser gewesen Risikogruppen wie ältere und kranke Mitmenschen durch Quarantäne zu schützen und keine Vollbremsung der Wirtschaft mit den fatalen Auswirkungen, bis hin zu Staatspleiten, zu riskieren?
    • Warum gab es nach SARS im Jahr 2002/2003 oder H1N1 (Schweinegrippe) in 2009/2010 keine adäquaten Notfallpläne?

    Ausblick und Positionierung

    Die gigantischen Summen der Rettungsmaßnahmen werden in der aktuellen Krise helfen - aber was kommt danach? Hohe Inflationsraten, Staatsschuldenkrisen?

    Für langfristige Investoren sind die Rückschläge Gelegenheiten. Es gibt gute Chancen bei soliden Unternehmen, deren Geschäftsmodelle und Kapitalausstattungen krisenresistent genug sind, um die Rezession zu überstehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Schwierig wird es für Unternehmen, die über ein „schwaches Immunsystem“ verfügen, schlecht finanziert sind oder stark von Umsatzrückgängen betroffen sind.

    Grundsätzlich stellen wir die anvertrauten Portfolien mit einer gewissen Krisenresistenz auf. Das bedeutet, dass unvorhergesehene Risken zwar temporär zu Kursrückgängen führen können, aber dauerhafte, schwere Verluste eher unwahrscheinlich sind. Zudem nutzen wir Kursschwankungen regelmäßig für Umschichtungen zwecks Optimierung.

    Wir haben die Wucht und die Dramatik der Krise so nicht kommen sehen. Unsere Positionierung war zwar zuvor bereits verhalten defensiv, aber im Nachhinein nicht defensiv genug.

    Viele Aktien sind aus unserer Sicht wieder auf attraktive Bewertungsniveaus gerutscht und für Zukäufe interessant, selbst wenn hohe Schwankungen wahrscheinlich bleiben. Großflächige Verkäufe von Qualitätsaktien halten wir auf diesen Niveaus nicht mehr für sinnvoll. Für die Wartezeit der Kurserholungen erhalten wir gute Dividenden.

    Derzeit favorisieren wir die Bereiche: Telekommunikation, Internetkommerz, Pharmazeutik, Nahrung, Medizintechnik, Energie sowie das Baugewerbe. Hierbei achten wir auf Qualitätsbilanzen, nachhaltige Dividendenzahlungen sowie Wachstumspotenzial.

    Im Bereich Industriegüterproduktion halten wir uns derzeit zurück und warten die weitere Entwicklung ab.

    Die Welt wird sich von der Coronavirus-Pandemie erholen, die Zinsen werden auf lange Sicht nicht steigen und die Wirtschaft sollte aufgrund der Nachholeffekte und der expansiven Geld- und Fiskalpolitik im Jahr 2021 wieder sehr deutlich zulegen. Erste Effekte sehen wir vermutlich schon im 4. Quartal 2020.

    Etwas Positives in diesen Zeiten


    • Das Pausieren der Wirtschaft führt zu unerwartet positiven Klimaeffekten! Unsere Erde kann endlich wieder ein wenig durchatmen
    • Vielleicht entstehen mehr Solidarität, Wertschätzung und Akzeptanz unter den Menschen
    • Unserem Gesundheitssystem und seinen Angestellten wird zukünftig sicherlich mehr Respekt und finanzielle Zuwendung entgegengebracht werden
    • Renovierungen zu Hause können erledigt werden
    • Der Garten freut sich über eine intensive Pflege
    • Unsere Lauf- und Wanderschuhe werden endlich wieder bewegt – und damit unsere Gesundheit unterstützt! Sport und Bewegung sind wichtig und sollten spätestens jetzt zum festen Bestandteil unseres Lebens werden
    • Zeit mit der Familie! Zeit zum Reden! Zeit zur Entschleunigung!

    Exkurs:
    Immobilien in der Krise

    Die neusten Schlagzeilen verheißen für den Immobilienmarkt ebenfalls nicht Gutes.

    Gewerbliche Immobilien:
    Aktiengesellschaften, welche hunderttausende Immobilien im Bestand vermieten und verwalten sind wie alle anderen Branchen derzeit stark gefallen. Wenn Restaurants, Fitnessstudios, Kaufhäuser, Modeboutiquen, Friseurläden, Möbelhäuser, Hotels und vieles mehr stillstehen und keine Mieten gezahlt werden, sind diese Immobilien jetzt und in der nahen Zukunft nur schwer zu verkaufen, teilweise sogar gar nicht mehr zu verkaufen. Die Mieten und Preise in diesen gewerblichen Immobilien werden tendenziell fallen.

    Mietwohnungen:
    Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass keinem Mieter in der Krise gekündigt werden darf. Dies wird sicherlich in anderen Krisen ebenfalls Bestand haben und somit werden sich viele die Frage stellen: wo ist die Sicherheit des Vermieters? Sollte die Immobilie hoch finanziert sein, kann dies schnell und trotz niedriger Zinsen zu enormen Problemen des Vermieters führen. Hinzu kommt, dass der Staat in Krisenphasen erfinderisch wird. Auch das hat sich 1929 gezeigt. Lastenausgleich, Vermögensabgaben etc.

    Für uns alle ist die Bewältigung der Krise eine Herausforderung – wir werden sie meistern. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich die Situation in den nächsten Quartalen normalisieren wird und gute Unternehmen wieder Ihren echten Wert erzielen werden. Neben aller Wichtigkeit der wirtschaftlichen Betrachtung dieser Krise sollten wir aber auch gerade jetzt wieder Bewusstsein für „nicht-monetäre“ Dinge des alltäglichen Lebens schaffen. Und ohne dabei pathetisch klingen zu wollen: Bisher lebten wir in einer Zeit, in der wir –zumindest in den entwickelten Industrieländern– kaum mit Begrenzungen in der Lebensführung konfrontiert waren. Die Corona-Krise hat uns hingegen vor Augen geführt, wie so vieles, was wir bisher für selbstverständlich gehalten haben, alles andere als selbstverständlich ist! Diese Erfahrung könnte – und sollte uns für die Zukunft lehren, Dinge und Möglichkeiten unseres Alltags, vor allem aber auch manche Personengruppen besonders zu schätzen, und sich zugleich der Verwundbarkeiten in unserer modernen Gesellschaft und ihrer Grenzen stärker bewusst zu werden.

    Wichtig ist, dass Sie/wir und die Familien und Freunde gesund bleiben – passen Sie auf sich auf.
    Herzliche Grüße aus Trier
    Ihr Team der BSK Vermögensverwaltung GmbH

    Disclaimer/Risikohinweis:

    Dieser Kommentar dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder zu einer sonstigen Wertpapiertransaktion dar. In einem persönlichen Gespräch stehen wir gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Eine Investmentstrategie orientiert sich stets an den persönlichen Umständen eines Anlegers wie beispielsweise Anlagehorizont, Risikoerwartungen und Renditeziele. © BSK Vermögensverwaltung GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangaben gebeten. Eine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben oder dem Eintreffen von Erwartungen kann nicht übernommen werden und keine Aussage in diesem Marktkommentar ist als solche Garantie zu verstehen. Die BSK Vermögensverwaltung GmbH noch deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Präsentation oder deren Inhalt. Weder die Veröffentlichung noch eine Vervielfältigung dieses Marktkommentars darf ohne die vorherige ausdrückliche Erlaubnis der BSK Vermögensverwaltung GmbH auf irgendeine Weise verändert oder an Dritte verteilt oder übermittelt werden. Mit der Annahme dieses Marktkommentars wird die Zustimmung zur Einhaltung der o.g. Bestimmungen gegeben.